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Energiezukunft

Klimafreundliche Energie

16.10.2019
 

Ob zum Heizen im Winter, zum Kochen am Mittag oder zum Beleuchten in der Nacht: Für fast alle Lebensbereiche brauchen wir Energie. Stammt sie aus fossilen, kohlenstoffhaltigen Brennstoffen, schadet das dem Klima und der Gesundheit. Dass es auch anders geht, zeigt die Nutzung erneuerbarer Energien, die weltweit durch die Energiewende steigt. Doch reicht ihr Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel?

Wird von erneuerbaren Energien gesprochen, zählen dazu landläufig saubere, nachhaltige Quellen wie Sonnen-, Wind- und Wasserkraft oder Biomasse. Die Begrifflichkeit macht bereits deutlich, dass es sich dabei – im Gegensatz zu fossilen Energiequellen wie Öl oder Kohle – um nahezu unendlich zur Verfügung stehende Ressourcen handelt. Und anders als bei den Fossilen setzen sie bei ihrer Nutzung keine Stoffe frei, die Mensch, Tier und Natur schaden. Etwas differenzierter verhält es sich mit Biomasse wie Holz, Raps oder Mais: Wird sie verbrannt entsteht zwar CO2, jedoch nur so viel, wie die Pflanzen während ihres Wachstums aufgenommen haben. Man spricht deshalb von einem geschlossenen CO2-Kreislauf.

Schadstoffe, die  bei der Verbrennung aus fossilen Energien entstehen, sind der Hauptgrund für die ansteigende Luftverschmutzung, an deren gesundheitlichen Folgen jährlich 7 Millionen Menschen sterben, so die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Auch die UNO schlägt Alarm: Noch immer sind 3 der rund 7,7 Milliarden Menschen auf schmutzige Energieträger zum Kochen und Heizen angewiesen. Die übermäßige Nutzung dieser Brennstoffe beschleunigt schließlich auch den Klimawandel. Rund 60 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen gehen auf ihr Konto. Die weltweite Energiewende trägt daher auch dazu bei, eines der derzeit größten Probleme der Menschheit zu lösen.

Erneuerbare und ihr Potenzial für den Klimaschutz

Doch wie viel Energiewende braucht die Welt, um auch dem Klimawandel Paroli zu bieten? Und welchen Beitrag können erneuerbare Energien dazu leisten? Laut dem Weltklimarat (IPCC) ist die globale Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten die CO2-Emissionen bis 2030 weltweit um 45 Prozent sinken. Im Jahr 2050 dürfte gar kein CO2 mehr ausgestoßen werden. Um das zu erreichen, spielt der Ausbau erneuerbarer Energien eine entscheidende, aber nicht die einzige Rolle. Die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien, kurz IRENA, geht davon aus, dass sich durch eine Kombination aus regenerativen Energien, Energieeffizienz und der weiteren Elektrifizierung der Energieversorgung über 90 Prozent des energiebedingten CO2-Ausstoßes senken lässt. Dazu müssten Sonne, Wind, Biomasse & Co im Jahr 2050 mindestens zwei Drittel der weltweiten Energieversorgung decken. Dass dazu noch einige Anstrengungen nötig sind, zeigt ein Blick auf die Stromerzeugung. In diesem Segment errechnete die IRENA, dass der Anteil regenerativer Energien von rund 25 Prozent im Jahr 2017 auf 86 Prozent im Jahr 2050 steigen sollte.

Alle Sektoren gefordert

Noch basiert mehr als vier Fünftel der weltweiten Energieerzeugung auf Kohle, Öl und Gas. Und der wachsende Energiehunger lässt auch die energiebedingten Emissionen weiter steigen: Laut Internationaler Energie Agentur (IEA) kletterten sie zwischen 2015 und 2016 um rund 1,5 Prozent auf ein neues Rekordhoch von 32 Milliarden Tonnen. Einige Staaten wie die USA, Großbritannien oder Mexiko konnten ihre CO2-Emissionen durch die Umstellung auf erneuerbare Energien jedoch senken.

Zahlen aus Deutschland veranschaulichen, dass Energiewende und Klimaschutz sektorübergreifende Herausforderungen sind: So stammen mit 37,8 Prozent die meisten Treibhausgasemissionen in Deutschland aus der Energiewirtschaft, gefolgt vom Industrie- und Verkehrssektor mit 20 beziehungsweise 18 Prozent der Gesamtemissionen. So hoch der CO2-Ausstoß in den jeweiligen Sektoren ist, so groß ist auch das Einsparpotenzial des klimaschädlichen Treibhausgases. Und dabei hilft die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien, aber auch die Anstrengung der Sektoren, die Energieeffizienz zu steigern. Dazu ein paar Zahlen. Verglichen mit 1990 hat die Energiewirtschaft zum Beispiel den Treibhausgasausstoß bis 2018 um 33 Prozent auf 311 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente verringert. In der Industrie gingen die CO2-Emissionen im gleichen Zeitraum um 31 Prozent zurück. Auch die Wirtschaftszweige Gebäude und Landwirtschaft konnten ihre Klimabilanz verbessern. Allein im Mobilitätssektor blieb der Ausstoß von Treibhausgasen nahezu gleich. Entsprechend hoch ist das Potenzial hierzulande für den Klimaschutz, wenn nachhaltige Lösungen für den Verkehr greifen. Bei den Haushalten bringen neben erneuerbaren Energien insbesondere mehr Effizienz in der Strom- und Wärmeversorgung  den Klimaschutz voran.

Zwischen Sein und Soll in Sachen Klimaschutz liegt noch ein beachtlicher Unterschied. Es zeigt sich aber auch, dass erneuerbare Energien insgesamt weiter ausgebaut werden und erheblich zur Reduktion klimaschädlicher Gase beitragen. Das kommt nicht nur dem Klimaschutz zugute. Der Wandel von schmutzigen Energieträgern zu sauberen Energien fördert auch Wirtschaft, Entwicklung und Gesundheit. Solar-, Wind- und Wasserkraft als Energieträger in unser Leben zu intergieren bleibt jedoch eine globale Herausforderung – und eine Gemeinschaftsaufgabe von ganzen Staaten über Kommunen und Unternehmen bis hin zu Privatpersonen.

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